Begegnungswochenende in Wernau 2025: Abschied und Neuanfang
Quietschende Reifen, konzentrierte Blicke, der Geruch von Gummi und ja, auch von Schweiß, liegt in
der Luft: Auf der Kartbahn von Wernau wird Gas gegeben. Es ist ein knappes Rennen, das sich
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Begegnungswochenendes des Landesverbands Baden-
Württemberg liefern. Und während andere die Stunden am Samstag im Hochseilgarten oder beim
Wandern verbringen, gibt es auf der Kartstrecke neben mutigen Überholmanövern am Ende
natürlich das Abklatschen im Ziel. Gemeinsames Jubeln, gemeinsames Stottern.
Es ist ein außergewöhnliches Begegnungswochenende Mitte Mai in Wernau. Ein Wochenende, das
Vergangenheit und Zukunft verbindet – und an dessen Ende zwei Abschiede und ein Umbruch
warten. Davor aber wird in Arbeitskreisen die Geschichte des Stotterfunks besprochen. Auch hier
geht es um Zukunft. Schließlich sind Simon, Anja und Gaby seit Jahrzehnten dabei und für Ideen, die
auch im Arbeitskreis entstehen, dankbar. Und wer weiß? Vielleicht ist die eine oder andere Stimme
demnächst wirklich „on air“ zu hören? In anderen Arbeitskreisen geht es um andere Aspekte des
Stotterns, ehe am Abend beim Kartenspielen Freundschaften geknüpft, vertieft – oder auf eine harte
Probe gestellt werden. In der Stube hingegen tauschen sich Mitglieder bei Bier und Wein
generationsübergreifend aus und lachen gemeinsam.
Martin Seefeld und Greta Meschenmoser scheiden aus Vorstand aus
Und dann sind sie da, die Abschiede, die neben dem Spaß, Austausch und Vernetzen das
Wochenende eben auch prägen. Auf der Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag erklären der
Vorsitzende Martin Seefeld und die langjährige Vorständin Greta Meschenmoser, dass sie aus
privaten Gründen nicht mehr kandidieren werden. 14 Jahre lang ist Martin Vorstand gewesen, zehn
davon hat er ihn geführt. Auch Greta hat in zehn Jahren Vorstandszeit den Landesverband
maßgeblich mitgestaltet. So verliert der Landesvorstand zwei überaus engagierte Mitglieder. Von
ihren Vorstandskollegen bekommen Martin und Greta folgerichtig das eine oder andere
Abschiedsgeschenk überreicht. Beide rührt der Abschied – aber allein im Mittelpunkt zu stehen, das
habe sie auch in den vergangenen Jahren nie gewollt.
Also lieber auch hier schnell weiterschreiben: das Gemeinsame, das Team steht schließlich im
Vordergrund. Das haben sie jahrelang so vorgelebt und geben dies auch dem neuen Vorstand mit auf
dem Weg. So wählt die Mitgliederversammlung Tobias Schäfer zum neuen Landesvorsitzenden. Er
gehört dem Vorstand seit 2019 an. Sebastian Koch ist neuer stellvertretender Vorsitzender und
gehört dem Vorstand wie Robert Nelles und Michael Perricone seit 2023 an. Hakan Güney wird
erstmals gewählt und komplettiert das Quintett.
Neuer Vorstand bereits eingespielt
Doch ganz so einfach können wir Martin und Greta dann doch nicht „weg lassen“. Ehre, wem Ehre
gebührt. Mit der Mitgliederversammlung sei eine Ära zu Ende gegangen, erklärt Tobias nach dem
Wochenende. Er ist guter Dinge, den Vorstand, der sich in den vergangenen Jahren zum Großteil
bereits hat einspielen können und mit Hakan neue Impuls bekommt, im Sinne Martins und Gretas
weiterführen zu können. Tobias würdigt beide für ihr „außergewöhnliches“ Engagement. Der
Landesverband stünde nicht da, wo er jetzt steht, wenn Martin und Greta nicht gewesen wären. Vor
allem bei Martin bedankt sich Tobias im Namen des ganzen Vorstands und Verbands. „Du warst nicht
nur innerhalb Baden-Württembergs eine feste Größe, sondern hast auch bundesweit Spuren
hinterlassen“, sagt Tobias. „Dir ist es gelungen, bestehende Strukturen auf eine neue, höhere Ebene
zu bringen. Davon werden auch wir in den nächsten Jahren profitieren. Danke.“ Sebastian Koch