Unter diesem Motto trafen sich 11 Teilnehmer vom 15.-17.11.2019 im Kloster Bad Wimpfen.

Nachdem das ursprünglich geplante Seminar „Modifikationstechniken gegen das Stottern – Was, wenn sie nicht funktionieren?“ aus persönlichen Gründen des Referenten nicht zustande kam, konnte kurzfristig Martin Seefeld als neuer Referent für das Wochenende gewonnen werden. Kerninhalt des Seminars war der spielerische Umgang mit dem Sprechen und Stottern. Durch Variation der Sprechweise sollte neben der Verflüssigung vor allem auch Freude am Sprechen vermittelt werden.

Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde am Freitagabend stiegen wir zuerst mit etwas Theorie in das Wochenende ein. „Stottern beginnt im Kopf“ – mit dieser Formulierung wurden uns die neurophysiologischen Grundlagen des Stotterns nähergebracht. Das zudem erwähnte Eisbergmodell war bereits einigen Teilnehmern bekannt, verdeutlichte aber noch einmal, welche Faktoren bei einer guten Therapie berücksichtigt werden müssen. Diesen Punkt arbeiteten wir dann zusammen noch einmal genauer aus und landeten bei den neun von Wolfgang Wendlandt beschriebenen Veränderungsbereichen. Veränderung war auch das Startsignal, mit dem wir begannen, unser Sprechen umzustellen: „Ich mach‘ mir mein Sprechen wie es mir gefällt!“. Ziel war es nun mit seinem Sprechen zu spielen; alles war erlaubt, solange es sich vom Normalsprechen abhob. Einige Teilnehmer experimentierten mit der Stimmhöhe, andere mit dem Sprechtempo, wieder andere versuchten weich, klangvoll, bewusst oder rhythmisch zu sprechen.

In der Mittagspause entschieden wir uns alle für einen gemeinsamen Spaziergang in die Altstadt von Bad Wimpfen. Hier bot sich auf einer Treppe die Gelegenheit eine spontane Stegreifrede mit seiner eigenen Fluency-Shaping-Variante zu halten. Diese Transfergelegenheit nahmen alle Teilnehmer an. Zurück im Seminarraum thematisierten wir die Stottermodifikation. Nach einigen Übungseinheiten hielten wir vor der Gruppe Kurzvorträge, in denen wir Pseudostottern, Pull-Outs und Nachbesserungen einbauten. Den Abend ließen wir dann mit Sprechspielen und Tanz ausklingen. Bei letzterem gaben uns Arno und Benjamin einen Crashkurs im Line-Dance bzw. Freestyle. Am Sonntagvormittag blieb dann noch Zeit sein Erlerntes in gemeinsamen Spielen, Vorträgen sowie fiktiven Streitgesprächen und Diskussionen anzuwenden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging ein aufregendes, kurzweiliges und erfolgreiches Wochenende zu Ende.

Tobias Schäfer

Martin Seefeld
info@stottern-bw.de