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Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

Selbstsicherheits- und Kommunikationstraining

So golden, wie sich der Herbst derzeit präsentiert, so prachtvoll und imposant bot sich auch die Kulisse beim Rhetorik- und Präsentations-Seminar im Kloster Ober­march­tal bei Ulm an, welches mit dem dazu passenden Titel „Schweigen ist Silber & Reden ist Gold“ daherkam. Organisiert vom Landesverband Baden-Württemberg e.V. und geleitet vom Referenten Enrico Strat­hausen, der durch sein Studium der Psycholinguistik nicht nur selbst von den dabei gewonnenen Erfahrungen profitieren kann, sondern diese auch verständlich und hilfreich weitergab, ging es mit Beginn des Wochenendes vom 6.‑8. November diesen Jahres daran etwas für Selbstsicherheit und Vertrauen, Körpersprache und Durchsetzungsvermögen, sowie für die vielerlei Kleinigkeiten, die die zwischenmenschliche Kommunikation bereichern, zu tun.

Beginnend mit der obligatorischen Vorstellungsrunde am Freitagabend wurde nicht nur durch die Kirchenglocken des eindrucksvollen Münsterbaus, sondern auch durch das durchweg gelungene Abendbrot im gemütlichen Gewölbe-Ambiente das Seminar eingeläutet. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Wochenendes wurden anhand der Wünsche der Teilnehmer im Rahmen der ersten Präsentations-Runde besprochen und festgelegt.

Die zum großen Teil herausfordernden Übungen, wie Smalltalk bei einer Cocktail-Party oder das argumentative Auseinandersetzen im Rahmen der sog. Amerikanische Debatte, um nur zwei Beispiele zu nennen, fanden stets unter Video-Feedback statt und wurden anschließend objektiv analysiert. Davon abgesehen, wurden grundsätzliche Dinge der Gesprächsführung, wie der Einstieg in eine Gesprächssituationen und deren bewusste Gestaltung angegangen.

Neben dem vorrangigen Fokus auf den Praxisbezug, war es natürlich auch notwendig die allgemeinen theoretischen Grundlagen näher gehend zu beleuchten, wobei schnell klar wurde, dass Kommunikation an sich viel mehr ist als das, was man am Ende in Wort und Ton wahrnimmt. Ganz nach dem Motto „Man kann nicht nicht kommunizieren“ wurde sehr bald und überraschend deutlich, dass weniger der Inhalt vom dem, was wir sagen innerhalb der Kommunikation eine Rolle spielt, sondern vielmehr wie wir es durch Körpersprache und durch nonverbale Weise transportieren. Schnell wurde bewusst, warum imposante Redner und Entertainer einen bleibenden Eindruck beim Publikum hinterlassen können, ohne dabei mit reichhaltigem Inhalt und Erkenntnissen zu glänzen.

Und dabei entsteht die Kommunikation zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt und ist viel komplexer als man es ihr zugetraut hätte. Die Gedanken, die in einem jeden von uns durch Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt Gestalt annehmen, sind dabei wie wahre Akteure, die verdeckt und im Unsichtbaren ihre Fäden spinnen, und die dann verstärkt und unterstrichen in Form von Emotionen durch unser Handeln entsprechend sichtbar nach außen zum Ausdruck kommen, und die dann letzten Endes wahrnehmbar sind. Kommunikation ist demnach wahrlich mehr als die Worte, die wir mal mehr mal weniger fließend auszusprechen in der Lage sind, sondern ist vielmehr eine Widerspiegelung von den Dingen, die unsere Gedankenwelt ausmachen; sie zeigt, wie unsere Gefühle in uns konzertieren, und vor allem anderen, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und wie viel Gewicht wir jeweils den positiven und negativen Aspekten einräumen.

Schlägt man im Lexikon unter dem Begriff „Kommunikation“ nach, so erhält man Begriffe, wie „teilen oder teilnehmen lassen“ aber auch „gemeinsam machen“ bzw. „vereinigen“. Allein diese Bezeichnungen beschreiben schon mehr als den rein artikulierten Ausdruck durch Worte allein, sondern betonen, dass es ein Zusammenspiel von all dem ist, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen, wie wir es verarbeiten, und wie wir unser Gedankenprodukt schließlich kommunizieren. Es sei uns also verziehen, wenn ein geringer Prozentsatz an gesprochenen Wörtern nicht so heraus kommen will, wie wir es gerne hätten, schließlich gehört so viel mehr dazu.

Abseits des Seminars wurden die Gäste des Klosters mit allerhand hausgemachten Leckereien, wie Apfelstrudel, Suppen und Spätzle mit Hirschragout von oben bis unten verwöhnt. Bei dieser Vielfalt war es fast nicht möglich die Dinge, die man zuvor zu sich genommen hatte bis zur nächsten Brotzeit vollständig zu verdauen. Es war also wirklich rund herum für alles gesorgt und es blieben in dieser Hinsicht wirklich keinerlei Wünsche oder Mägen unerfüllt.

Zusätzlich zur erstklassigen Verpflegung glänzte die gesamte Klosteranlage mit einem einzigartigen Ambiente. Sowohl die Weinstube, die wohnlichen Zimmer, sowie die hallenden Flure und der einladende Seminarraum, der stilecht in einem alten Gerichtssaal mit Holzboden und Kachelofen ausgestattet war, verströmten klösterliche Wohlfühl-Atmosphäre. Auch das gute Miteinander der Gäste und des Personals untereinander verstärkten den guten Eindruck, und gipfelte in einem angenehm musikalischen und kommunikativen Weinstuben-Abend, bei dem wir gesanglich tatkräftige Unterstützung vom angereisten Chor aus Frickenhausen bekamen. Für die gute Stimmung am Abend war demnach auch gesorgt.

Abschließend und zusammenfassend ist zu sagen, dass das Seminar-Wochenende im Kloster Obermarchtal sowohl von den Seminarinhalten gelungen war und gerade durch die Unterbringung und die reichhaltige Verpflegung auf ganzer Linie überzeugen konnte. Diese Lokalität kann auf alle Fälle in Zukunft für weitere Seminare, für Begegnungs-Wochenenden und andere Aktivitäten empfohlen werden, und wird auch dann wieder für eine angenehme Atmosphäre und geselliges Beisammensein sorgen.

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

Die Bundesvereinigung (BVSS) ist der Interessenverbund stotternder Menschen in Deutschland und hat über 1200 Mitglieder. Alle Mitglieder mit Wohnsitz in Baden-Württemberg sind gleichzeitig Mitglied im Landesverband Stottern & Selbsthilfe Baden-Württemberg.

Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg

Die Selbsthilfegruppen sind keine eingetragenen Vereine. Der Landesverband bietet Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe die Möglichkeit andere Betroffene/Interessierte in Baden-Württemberg kennenzulernen. Wünsche zu den Angeboten der BVSS und des Landesverbandes werden häufig in den Selbsthilfegruppen diskutiert, während der jährlichen Mitgliederversammlung gesammelt und dann vom Vorstand umgesetzt oder an die BVSS weitergeleitet.

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

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Die Selbsthilfegruppen sind keine eingetragenen Vereine. Der Landesverband bietet Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe die Möglichkeit andere Betroffene/Interessierte in Baden-Württemberg kennenzulernen. Wünsche zu den Angeboten der BVSS und des Landesverbandes werden häufig in den Selbsthilfegruppen diskutiert, während der jährlichen Mitgliederversammlung gesammelt und dann vom Vorstand umgesetzt oder an die BVSS weitergeleitet.