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Natürlich sprechen auf Sylt (2012)

Haste Töööne?

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er ... auf geht's nach Sylt.

Ich fühle mich leer, ausgelaugt von der Arbeit, nicht im "Hier und Jetzt" lebend, die Landschaften fliegen am Zugfenster vorbei und ich hänge in meinen Gedanken fest.

Hin- und hergerissen von der Arbeit und der Anstrengung immer gut zu performen, meine Leistung optimal abzurufen und dabei auch noch gut im "Wort" zu sein.

Norddeutsche, sattgrüne Bilder huschen schweigend dahin und wecken in mir die Sehnsucht zu mir zu kommen, Heimat in mir zu finden und Gelassenheit zu entwickeln.

Das Tagungshaus ist erreicht, freundliche Stimmen Tönen mir entgegen und ich beziehe mein "Kinderzimmer".

Seit meiner Kindheit ist mir mein Freund und Herausforderer, mein "Einflüsterer" STOTTERN präsent. Hoffnungen, Niederlagen, Überwindungen, Schweigen an Stellen, bei denen ich sprechen wollte, unschöne Erinnerungen, die Furchen gezogen haben und Mut an den Herausforderungen gewachsen zu sein, meine erste Van-Riper-Therapie mit Jürgen Kellner in Hamburg rauschen sekundenschnell in der Zeit des Wartens vor der eigentlichen Begrüßung an mir vorbei.

Wir sitzen am Abendbrottisch, die "Claudia's" begrüßen uns organisatorisch, wohltönend und in sich ruhend gibt uns Anke Schoppmann den guten „Ton” für die nächsten Tage auf den Weg.

Die erste Einheit liegt hinter uns, Oskar und seine Erna sind irgendwie gegenwärtig, wirken auf uns durch Anke ein, vom Wort zum Ton.

Ich bin fasziniert, begeistert und am ersten Abend als "Neu-Hausdörfer" mit Informationen geflutet.

Wir sind eine bunte und interessante Gruppe, jeder mit seiner eigenen Vergangenheit im Schlepptau, Träume und Wünsche im Herzen.

Nun heißt es für uns vom Wort zum Ton zu kommen. Den Klang seiner eigenen Stimme über das Ohr wahrzunehmen und nicht mehr in Wortkonstrukten kontrolliert zu sprechen.

Melodisch, mit einer Leichtigkeit und einem Strahlen im Gesicht führt uns Anke in die Lehre von Oskar Hausdörfer ein. Vier Dinge sind bei mir hängen geblieben: Vokale dehnen, mit dem Klang seiner eigenen Stimme spielen, Gelassenheit erlernen und die aufkeimende Idee zu spüren, ein Jahr tönend durchs Leben zu gehen.

Ich ergreife die Chance und versuche als neugieriger Anfänger die nächsten Tage tönend das Syltseminar „Natürlich Sprechen” in mich aufzusaugen.

Viele Teilnehmer geben dem Seminar ein farbiges Gesicht, bringen sich mit Morgengymnastik, Qui Gong ein, gestalten den bunten Abend liebevoll und in mir kommt immer wieder eine Gesprächssequenz aus dem Film „Vanilla Sky” in den Sinn: „Jede anbrechende Sekunde ist eine Chance sein Leben zu verändern.”

Die Tage auf Sylt vergehen wie im Fluge, es hat sich eine sehr schöne Gemeinschaft entwickelt. Das Sprechen mit der „Hausdörfer Methode” bereitet mir Freude, es entsteht ein Flow beim Reden.

Zusätzlich geben uns so manche Strandspaziergänge die Möglichkeit das Erlernte vom Vormittag zu vertiefen.

Abschied wird nach einer Woche genommen und ich fahre nach Hause in der Gewissheit ein Jahr an dem Thema „Hausdörfer” dranzubleiben, mit den Vertrauten aus der Gruppe weiter zu üben, sich dabei gegenseitig zu ermutigen, den neu eingeschlagenen Weg konsequent weiter fortzusetzen.

Der kalte Alltag hat mich nun wieder und ich empfinde es als eine gute Unterstützung, dass ich meinen Kollegen vorher von meinem Sylt-Seminar berichtet habe und „was” ich dort erlernen werde.

Die ersten Tage im Büro bereiten mir viel Freude und gleichfalls geben mir die gemeinsamen „tönenden Telefonkonferenzen” mit den „Neu-Hausdörfern” Kraft, den neu eingeschlagenen Weg weiter zu begehen.

Die Anregung von Anke Schoppman, sich einen Paten als gemeinsamen Coach / Trainingspartner zu suchen, erwies sich als äußerst effektiv.

Ebenso verfolge ich wie schon erwähnt weiterhin das Ziel ein Jahr mit Oskar Hausdörfer durch mein Leben zu gehen, um im nächsten Jahr vor dem alten Gelehrten zu treten, ihm meine Arbeitsleistung zu präsentieren, damit er mich dann von meinem Übel befreit (frei nach Oskar Hausdörfer, „Durch Nacht zum Licht”, S. 46).

Auch wenn Rückschläge kommen sollten, weiche ich nicht, frei Oskar Hausdörfer "Gehe es, wie es geht".

Es grüßt töööönend,
Hartmut Bewernick

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

Die Bundesvereinigung (BVSS) ist der Interessenverbund stotternder Menschen in Deutschland und hat über 1200 Mitglieder. Alle Mitglieder mit Wohnsitz in Baden-Württemberg sind gleichzeitig Mitglied im Landesverband Stottern & Selbsthilfe Baden-Württemberg.

Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg

Die Selbsthilfegruppen sind keine eingetragenen Vereine. Der Landesverband bietet Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe die Möglichkeit andere Betroffene/Interessierte in Baden-Württemberg kennenzulernen. Wünsche zu den Angeboten der BVSS und des Landesverbandes werden häufig in den Selbsthilfegruppen diskutiert, während der jährlichen Mitgliederversammlung gesammelt und dann vom Vorstand umgesetzt oder an die BVSS weitergeleitet.

Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

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